Landschafts- und Vogelfotografie am Untersee

Wie eine gemeinsame Exkursion zu einem tollen fotografischen und ornithologischen Erlebnis wurde . . .

Schon lange wollten wir – Michael Schatzmann (Michael Schatzmann Fotografie) und ich – mal gemeinsam losziehen, zum Fotografieren und Vögel beobachten. Heute haben wir es geschafft und starteten am regnerischen Morgen Richtung Untersee. — Unser erster Halt führte uns zur Insel Werd bei Eschenz TG, wo die Lachmöwen auf dem langen Holzsteg beidseits aufgereiht einen Spalier für die beiden Fotografen und Beobachter bildeten. Der Himmel eher trüb und grau, die Witterung recht mild und der Rhein in wunderbaren Farben von Türkis bis lindgrün leuchtend. Eine zauberhafte Szenerie, die sogleich fotografisch festgehalten werden wollte.

Lachmöwen auf dem Steg zur Insel Werd bei Eschenz TG. Ein Altvogel trägt einen weissen Ring mit den Ziffern "A872". Die Herkunft ist in Abklärung.
Holzsteg zur Insel Werd | 19.02.2021
Hochrhein bei der Insel Werd, Eschenz TG | 19.02.2021

Nach rund einer Stunde fuhren wir weiter zum Untersee, um dann oberhalb Mannenbach beim Schloss Arenenberg in Salenstein einen weiteren Halt einzuschieben. Der See zeigte sich ruhig und fast «spiegelglatt», der Himmel weiterhin grau, fast bedeckt. Von hier oben auf rund 450 Metern eröffnet sich ein phantastischer Blick über den ganzen Untersee. Schemenhaft sind die Vulkankegel des Hegaus m nordwestlichen Horizont sichtbar. Ein Gründspecht ruft, Buchfinken singen zögerlich, vier Ringeltauben zeigen ihre Reviere an und ein Rotmilan kreist kurz unterhalb des ehemaligen napoleonischen Sitzes.

Blick vom Schloss Arenenberg auf den Untersee mit der Insel Reichenau | 19.02.2021

Kurz vor Mittag erreichten wir Triboltingen mit seinem schönen öffentlichen Badeplatz. Von hier erhält man einen schönen Einblick in das Ermatingerbecken. Es zählt im Winterhalbjahr zu den vogelreichsten Gebieten am Bodensee. Tausende von Enten finden hier Nahrung und meistens störungsfreie Zonen, vor allem am gegenüberliegenden Ufer vor dem deutschen Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried.  Die schweizer Seite steht nicht unter Naturschutz, was erstaunt, da das gesamte Gebiet ein zusammenhängender Lebensraum bildet. Unter Ornithologen ist diese Stelle am See beliebt, weil eine Vielzahl an Wasservögeln mit dem Fernrohr beobachtet werden können. Unter ihnen zählen die Singschwäne zu den besonderen Wintergästen am Untersee, weil ihre charakteristischen «Trompetenrufe» von weither schallen und dem Gebiet etwas «Spezielles» verleihen. Weit seltener sind ihre kleineren Artgenossen, die Zwergschwäne, welche seit vielen Jahren in wenigen Individuen zu den Gästen zählen. Sie auszumachen und zu bestimmen ist jedoch meist ein schwieriges Unterfangen.

Steg bei Badeplatz Triboltingen | 19.02.2021

Glück heute für die beiden Fotografen aus dem Kanton Schaffhausen. Eine Gruppe mit 4 adulten und 2 immaturen Singschwänen hielt sich unmittelbar vor der Badeanstalt auf. Beste Gelegenheit, die Schwäne mit dem markanten gelb-schwarzen Schnabel aus der Nähe beobachten und fotografieren zu können.

2 adulte Singschwäne fliegen auf | 19.02.2021, Untersee
Singschwan | Bodensee

Mittlerweile ist der graue Himmel einem zunehmend blauen gewichen und die Sonne verwandelt die Landschaft mit zunehmend härteren Kontrasten. Es sollte sich bald zeigen, dass die schönsten (fotografischen) Augenblicke im morgendlichen Grau zu finden waren; nichts destotrotz fuhren wir nach Kreuzlingen zum Hafen, um dort nach interessanten Vogelsujets Ausschau zu halten. Neben den allgegenwärtigen Lachmöwen als häufigste Möwenart in der Schweiz und am Bodensee zeigten sich auch einige Sturmmöwen, und, zur grossen Überraschung etwas verdeckt eine adulte Schwarzkopfmöwe. Ferner sahen wir noch eine der seltenen Moorenten im Hafenbecken.

Schwarzkopfmöwe, adult | 19.02.2021, Kreuzlingen TG
Amsel, Männchen | 19.02.2021, Kreuzlingen TG

1 Kommentar

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Am Wasser – Michael Schatzmann Fotografiereply
10. April 2021 at 13:19

[…] Arbon aufgewachsen und seit Jahrzehnten als Ornithologe unterwegs, kennt Stephan die Gegend des Untersees wie seine Hosentasche. Die Wetterprognosen waren für den Morgen noch nicht […]

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