Exkursionen ins Kulturland und in Landwirtschaftsgebiete

Exkursionsleitung Stephan Trösch

Mehr als ein Drittel der Schweiz ist landwirtschaftlich genutztes Kulturland. Die Gebiete liegen vor allem im Mittelland, dehnen sich aber zunehmend auch in Berggebiete aus. Trotz der in den 1990er-Jahren lancierten Biodiversitätsförderflächen konnte der Verlust der Artenvielfalt nicht aufgehalten werden. So hat sich seit den 1970er Jahren die Fläche an Feldobstbäumen (z. B. Hochstammobstgärten) bis in die heutige Zeit mehr als halbiert! Der Einsatz von Pestiziden und die Intensivierung der Landwirtschaft bleibt ungebremst. Unter diesem Blickwinkel schwinden natürliche oder natürlich anmutende Lebensräume für Vögel zusehends und reduzieren sich zu einzelnen Oasen inmitten der ganzen Agrarlandschaft. So kommt ein typischer Vertreter dieses Lebensraum, die Feldlerche, nur noch an günstigen Stellen in der Schweiz vor. Ihr Bestand hat seit 1980 in Europa um 50% abgenommen und auch in der Schweiz nehmen sowohl die Bestände wie auch die Dichte seit den 1990er Jahren dramatisch ab. In den trockenen Getreideanbaugebieten des Schaffhauser Klettgau’s werden dank aufwändigen Fördermassnahmen und des Verständnisses der Landwirte noch vergleichsweise hohe Dichtewerte erreicht. Ein Grund genug, die Zusammenhänge in diesem wertvollen Gebiet bei einer ornithologischen Exkursion zu erfahren.

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Schaffhauser Klettgau

Kulturland «Widen» im Dreieck Neunkirch – Löhningen – Gächlingen/Siblingen

Mittel April – Juni

Vormittags, 2-3 Stunden

3 bis max. 8 Personen

Pro Person CHF 50
Gruppenpauschale (ab 8 Personen) CHF 400

Feldlerche, Schwarzkehlchen, Dorngrasmücke, Goldammer, Wachtel, (Grauammer)

Diese frühmorgendliche Exkursion zählt zu den schönsten meiner Angebote. Der permanente Gesang von (noch) zahlreichen Feldlerchen beherrscht die wunderbare Szenerie. Das die Landschaft prägende Element sind die Getreidefelder mit leuchtend gelbem Raps (bis Mai) und die vielen individuell grossen ökologischen Ausgleichsflächen (Biodiversitätsförderflächen) mit Buntbrachen, Karden und Büschen. In diesem Lebensraum kommen u. a. das Schwarzkehlchen, die Dorngrasmücke und die Goldammer vor, während die Grauammer aus unerklärlichen Gründen nur noch ausnahmsweise zu sehen und hören ist.

Fixtermin
12. Mai 2021 | 07.00  – 10.00 Uhr | → Anmeldung

Schaffhauser Rebberge

Rebberggebiet um Hallau

Mittel April – Juni

Vormittags, 2-3 Stunden

3 bis max. 15 Personen

Pro Person CHF 50
Gruppenpauschale (ab 8 Personen) CHF 400

Heidelerche, Wendehals, Grünspecht, Goldammer, Schwarzkehlchen, Gartengrasmücke

Die Heidelerche zählt zweifelsohne zu den ornithologischen Highlights der Schaffhauser Rebberge. Im Jahr 2014 wurde sie dort wiederentdeckt, nachdem sie in den 1990er-Jahren schon einmal Brutvogel war. Zusammen mit dem stabilen Brutvorkommen der Art auf den Hochflächen des Randens können wir bei der Heidelerche für den Kanton Schaffhausen von 35-40 Revieren ausgehen. Dank der relativ kleinräumigen Parzellenstruktur und zahlreichen Hecken und einigen Obstgärten haben über 60 Vogelarten hier einen Lebensraum gefunden, darunter Wendehals, Gartenrotschwanz, Grünspecht, Schwarzkehlchen, Gartengrasmücke und Goldammer.